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Karwendeltour
24.06. - 26.06.05
Abenteuer: Frauenbergwanderung
Endlich war es
soweit. Der Morgen des 1. Tages einer 3-tägigen Bergwandertour
ins Karwendelgebirge war angebrochen. 9 Frauen saßen nach
hektischen, langen Vorbereitungen und Versorgung der Daheimgebliebenen
wie: "Ist der Kühlschrank voll, das Brot aufgetaut, die Kinder
ermahnt, alles im Tourenrucksack drin? Und so weiter... endlich
mit kleinen Hindernissen, um 8:30 Uhr im DAV-Bus. Der Himmel
blau - die Sonne strahlend, der Bus eine Sauna (die Klimaanlage
wandelte kalte Morgenluft in heiße Wüstenluft um). Die Spannung
und Vorfreude blieben dennoch ungetrübt.
Nach gut 3 ½ stündiger Fahrt und einer guten Tat (wir fuhren
einen aufgelösten, jungen Mann seinem davongefahrenen Autoschlüssel
hinterher), standen wir nun wirklich und wahrhaftig mit Leib
und Seele auf einem Parkplatz in Hinterriß, inmitten der prächtigen,
vielfältigen Berglandschaft. Neben uns der einladende kühle
Rissbach. Nach ordentlichem Durchwühlen und Ausmisten der
Rucksäcke (bei 28 Grad duldeten wir kein Gramm Überfluss -
Hauptgewicht: Wasserflaschen), überquerten wir den klaren,
grünschimmernden Fluss und starteten entlang einer beeindruckenden,
bewaldeten Schlucht, unter sengender Sonne hinauf ins Johannestal.
Dort zeigte sich uns eine kleine braunschwarze Kreuzotter,
welche von uns sofort eingehend begutachtet wurde. Weiter
führte uns der Weg auf die wunderschöne, artenreiche Blumenwiese
des kleinen Ahornbodens (1399 m). Ein kleiner, kühlender,
ruhig dahin plätschernder Bach und schattenspendende, alte
Ahornbäume luden uns zum Verweilen ein.
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Nach
ausreichender Stärkung und Kühlung der Füße hieß es
noch ca. 400 Höhenmeter bis zu unserem 1. Etappenziel,
dem Karwendelhaus, in unbarmherziger Hitze zu überwinden.
Beim Durchwandern des leicht ansteigenden Unterfilztals
zogen hinter uns immer mehr Wolken auf, welche verdächtig
nach Gewitter aussahen. Bald schon war das erste Grollen
zu hören, das sich rasch näherte. Das hielt uns aber
nicht davon ab, immer wieder die leuchtend blauen Enzianwiesen
auf dem Hochalmsattel (1803m) zu fotografieren. Das
Donnern und die Schwärze nahmen unaufhaltsam bedrohliche
Ausmaße an. Das lebhafte Geschnatter verstummte. Die
Schritte wurden schneller. Verstohlene Blicke nach einer
"Höhle". Welch ein Wunschtraum, nur Wiesen und niedrige
Latschen weit und breit. Wo ist die Hütte?
Doch wie auch an den
folgenden Tagen stand uns das Glück treu zur Seite.
Wir erreichten wohlbehalten und trocken das Karwendelhaus
(1765m). Als kurz darauf das Unwetter mit seinen murmelgroßen
Hagelkörnern hereinbrach, saßen wir bereits frisch gewaschen,
mit gesundem Appetit und vergnügt beim Abendessen. Um
22 Uhr wurden unsere humorvollen Wirte sehr streng und
schickten uns ins Bett. - Nachtruhe war angesagt.
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Der
zweite Tag begann mit einer sogenannten "leichten" Gipfelbesteigung.
Wobei wir sehr bald feststellten, dass unter den Bergbewohnern
die Definition des Wortes "leicht" eine andere Bedeutung
besaß, als bei uns Flachländern. Wie dem auch sei, wir
erreichten schnaufend und kriechend den Gipfel des Hochalmkreuzes
(2192m) und wurden mit einer schönen, klaren Aussicht
belohnt. Den Abstieg meisterten wir positiv denkend
und überwiegend konzentriert. Mit Ausnahme einiger sehr
gesprächiger Damen (den Schweigenden unverständlich),
die doch fortwährend sehr wichtige Themengebiete erörtern
mussten. Ja eines Tages schafft der Rest das auch. Unversehrt,
wieder auf geradem Boden, tat uns eine kleine Pause
und Stärkung im Karwendelhaus sehr gut. Einige besaßen
einen schier nicht enden wollenden Appetit.
Dabei ergab sich die Bekanntschaft mit
einer gestandenen Männergruppe aus dem Rothenburger
Umland. Alsbald zogen wir, beobachtet von zwei Gämsen,
im langen Gänsemarsch los. Unsere heimatlichen Männer
hatten sofort Beschützerinstinkte entwickelt und ließen
es sich nicht nehmen, uns hilflose "Mädels" durch die
einsame, gefährliche Bergwelt zu begleiten. Wir hatten
ja sowieso das gleiche Ziel! Allerdings machte sich
bald ihr zielorientierter Schritt (auf ein Bier?), der
keine Zeit zum Innehalten hatte, bemerkbar.
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Wir pausierten und genossen
erneut die Umgebung des kleinen, wunderschönen Ahornbodens.
Danach wanderten wir nun stetig aufwärts. Der Himmel bildete
langsam kleine Wolken in Richtung Ladizalm (1573m). Dort wurden
wir von einem harmonischen Glockenkonzert der unzähligen Kühe,
die gemütlich auf den saftigen Almwiesen weideten, empfangen.
An der Alm und an fleißigen DAV-Wegebauer vorbei ging es hinauf
zur Falkenhütte (1848m). Diese wirkte klein aber einladend
unter den beeindruckenden, unerschütterlich da stehenden Laliderer
Wänden (Spitze 2588m).
Auf der Hütte wurden wir sofort mit lautem "Hallo" von der
Männergruppe begrüßt. Nicht lange nach unserem Eintreffen
wurden die umliegenden Berggipfel erneut von einer Gewitterfront
in Beschlag genommen. Dies machte unsere Vorfreude auf ein
geplantes Johannisfeuer schnell zunichte. Alles drängte sich
nun in der überfüllten Hütte zu einem geselligen Abend (hier
wurde die Nachtruhe nicht so streng gehandhabt).
Der Morgen empfing uns nach einer
kurzen Nacht mit einer angenehm kühlen Frische. Nach einem
ausgiebigen, stärkenden Frühstück stiegen wir auf den schlängelnden
Pfaden der Almwiesen tief hinab (natürlich in Begleitung des
starken Geschlechts) ins Laliderer Tal (1526m). Am Wegesrand
saßen Bergsalamander im feuchten Gras. Interessierte Kuhaugen
folgten unserer Karawane. Entlang dem breiten Ladiderer Bachbett
liefen wir munter und schwungvoll, unbeeindruckt von der immer
heißer werdenden Sonne, hinunter bis ins Rißtal, im Rücken
die Laliderer Wände.
Am Rißbach entlang setzten wir unseren Weg fort, bis ein Gasthaus
uns mit Kuchen und kühlen Getränken lockte. Unsere ausdauernde
"Chefin" Christine ward nicht müde, noch 2 km zu laufen, um
den Bus vom Parkplatz zu holen. Nachdem aber alle in schützender
Behausung waren, entleerte sich wieder mal eine dicke schwarze
Wolke heftigst über uns. Jetzt hieß es Aufbruch, ein kurzer
Blick hinauf zu den Bergen, lautstarker Abschied von unseren
heimatverbundenen Beschützern und auf gings.
Bis zur Autobahn gab es noch einige kleine Pannen (Vorsicht
die Fahrertür hat eine Stufe!), außerdem polizeilichen Begleitschutz
und nicht enden wollendes Gelächter. PS: Es war höchst erstaunlich,
was sich selbst nach den 3 Tagen ohne Einkaufen immer noch
an Nahrungsmitteldepots auftat.
Zusammensetzung der mutigen Truppe:
Christine G. unsere gern lachende,
pflichtbewusste Führerin, die nicht müde wurde und alles bestens
organisiert hatte,
Ingrid, die sonnig lächelnde Genießerin,
Christine K. die kontaktfreudige, energiepowernde (Bandwurm?)
"Größte",
Hildegard, die Top-Fotografin mit dem enormen Wasserspeicher,
Regina, die muntere, gutgelaunte Frohnatur,
Christel, die zähe, nicht unter zu kriegende Resolute,
Christa, die sportliche, verständnisvolle Schlagfertige, Siglinde,
die "weltbekannte", gewissenhafte Denkerin,
Gisela, die staunende Frühaufsteherin (mit einer unwiderstehlichen
Anziehungskraft gegenüber gewissen Bergbewohnern. (Merkmale:
große Kulleraugen, dicker Hintern).
Gisela Schröder
Rotwandhaus
24./25.09.
Bergwanderung rund um den Spitzingsee
zum Rotwandhaus September 05
Sieben froh gelaunte "Mädels",
die sich zum Teil erst bei einem netten Erwartungsaustausch-Abend
vor gut einer Woche kennen lernten, trafen sich am Samstag
in aller Früh, um ein gemeinsames Wanderwochenende zu erleben.
Dank Christines (fuhr den Vereinsbus) weiblicher Intuition
umfuhren wir gekonnt den bereits erkennbaren Stau in Höhe
der Allianz-Arena und konnten so schon am späten Vormittag
nach einem letzten Rucksack-Check unsere Tour vom Parkplatz
am Spitzingsee aus starten. Zunächst Richtung Waitzinger Alm
(942 m) erreichten wir den Pfanngraben, der sich durch seinen
Bachlauf mit den vielen kleinen Wasserfällen, die sich in
rundliche "Pfannen" ergießen und bis zum nächsten Fall sammeln,
als besonders schönes Fotomotiv anbot. Weiter Richtung Petzing-Alm
legten wir bei der urig anmutenden Diensthütte, die an diesem
herrlichen Spätsommertag unter ihrem Vordach ein schattiges
Bänkchen und daneben eine kleine Sonnenwiese zum Verweilen
anbot, mit Genuss ein "Päuschen" ein.
Derart gestärkt für den sich nun steil windenden Aufstieg
durch lichten Bergmischwald bis zur Almfläche der Kümpfl-Alm
(1504 m) und weiter zur Kümpflscharte (1695 m) konnten wir
nun schon die markanten Zacken der Ruchenköpfe erblicken.
Dann das Rotwandhaus (1737 m) fest im Blick meisterten wir
auch die letzten Höhenmeter in Erwartung eines wunderschönen
Rundblicks bei Stärkung durch Speis und Trank. Bei der späteren
Zuteilung der Schlafplätze erhielten wir zwar nicht das reservierte
Zimmer mit Betten, ersatzweise jedoch eine entsprechende Anzahl
"originellster" Matratzenlager im Dachstuhl vom Modell "Verletzungsgefahr
beim Wenden und Aufrichten" über Format "Zwergenzelt für 2
Personen direkt unterm Giebel" bis zur Lage "vor dem Schlafenlegen
noch einmal tief Luft holen", die wir letztendlich schwesterlich
aufteilten.
Wir ließen es uns nicht nehmen, jetzt noch den Rotwandgipfel
(1884) zu erklimmen. Die bei klarem Sommerwetter herrliche
Sicht auf die uns umgebende Gebirgswelt wie den Wilden Kaiser,
Großglockner, Großvenediger, Kitzbühler Alpen, Zugspitze,
Karwendelgebirge und die Blauberge belohnte die Mühe des Aufstiegs
und machte den zurückgelassenen Alltag vollends vergessen.
Von dem nach einem wohlschmeckenden und reichlichen Abendessen
in dieser Runde begangenen Hüttenabend seien lediglich folgende
Erkenntnisse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen: Rotwein
wird dunkler, je später der Abend ist, mutige Touren plant
man, wenn der Rotwein sehr dunkel ist und Schwarzwälder Kirschtorte
isst Frau nicht dreimal die Woche. Nähere Ausführungen bleiben
bei den Beteiligten zu erfragen oder in einer nächsten Tour
selbst zu erleben.
Nach einer, von jeder Schläferin
je nach Art des Lagers mehr oder weniger durchgeschlafenen
Nacht und einem gemütlichen guten Frühstück ging es entlang
dem Höhenweg Lempersberg zum Taubensteingipfel (1692 m), an
dem einige Mutige in bröckeligem Felsgestein erfolgreich ihre
Kletterkünste erprobten. Dann weiter einen bereits sehr ausgetretenen,
durch dauernde Feuchtigkeit schlüpfrigen, teils felsgrundigen,
teils lehmigen Weg Richtung Taubensteinbahn, auf dem uns "Bergtouristen"
sowohl mit Stöckelschuhen als auch Sandalen begegneten. Im
Blick die Aiplspitz und den Jägerkamp stiegen wir zum Rauhkopf
(1689 m), von dem aus nun langsam der Abstieg und somit auch
langsam das Ende unseres gemeinsamen Wochenendes begann.
Zunächst über die herrlichen Almflächen der Schnittlauchmoos-Alm,
deren vieler Silberdisteln in der Nachmittagssonne hell glänzten,
hinunter zur Schönfeldhütte (1410 m), zu der erwähnt werden
muss, dass Kuchenliebhaber hier voll auf ihre Kosten kommen
und Essen-Reste-Verschenker als Entwicklungshelfer angesehen
werden und somit fremden Hungrigen willkommen sind. Wir schnappten
noch einmal Höhenluft und machten uns dann über den Steig
zum Spitzingsattel (1127 m) auf den Weg zum endgültigen Abstieg,
der sich durch einen sonnendurchfluteten Mischwald schlängelte
und uns letztendlich mit Blick auf den Spitzingsee an unseren
Ausgangpunkt zurück führte.
Wiederum dank routinierter Fahrkünste unserer Christine erreichten
wir zügig und sicher am Sonntagabend wieder den Ausgangspunkt
des Abenteuers Frauen-Wandern, bei dem unterschiedlichste
Charaktere in herzlichem Miteinander unter einer fast unspürbaren
"Leitung" die Bergwelt genossen haben, um gestärkt in den
beinahe vermissten Alltag zurück zu kehren.
Was hier nicht in Worten ausgedrückt wurde, ist nur selbst
erlebbar.
Unser aller Dank für die Idee und die Ausführung gilt Christine.
Sabine
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