"Wahnsinn" das war wohl das am meisten gesagte
Wort zu unserem Aufenthalt in Hinterzarten. Aber erst mal
der Reihe nach. Schon im Januar waren von dem einen oder
anderen Zweifel angesagt, ob es Ende Februar noch Schnee
hat. Conny hatte damals mit einem Eingeborenen gesprochen,
da gibt's keinen Schnee mehr, war die Antwort. War anscheinend
doch a` Zugraster. In der Woche vor der Abfahrt wurde wie
immer öfter untereinander telefoniert. Hat es Schnee, sollen
wir doch noch Wandersachen einpacken, aber wohin? Christine
beruhigte alle, in ihrer Einladung hat sie ja geschrieben,
dass sie Schnee bestellt hat, das haut schon so hin. Am
Tag vor der Abfahrt wurde noch ein Blick auf die Schneelage
geworfen, 20 - 30 cm Harsch. Na ja, besser als nichts.
Endlich angekommen freuten wir uns über
mehr Schnee als gedacht. Die Hütte war schnell eingeräumt,
nur das Aufwärmen der Hütte dauerte diesmal länger als gedacht,
da vermissten wir unsere Conny. Vor dem Abendessen konnten
wir dann noch unsere erste Langlauftour genießen. Am nächsten
Tag ging es zunächst mal zum Skiverleih um die letzten Dinge
zu besorgen. Harald baute für die Kinder ein Labyrinth im
Schnee, zum Iglubau war der Schnee leider zu "trocken".
Aber wieso nach oben bauen, mal schauen,
ob es nach unten auch geht. Und tatsächlich entstand so
unsere erste kleine Schneehöhle.
Das Skifahren und Langlaufen kam
in der Woche natürlich auch nicht zu kurz. Der Wetterbericht
meldete dann, dass es ab Dienstag schneien würde.
Kein Problem, dachten wir, und freuten uns. Unsere
Schneehöhlen wurden von uns allen voran getrieben,
und so kam es, dass wir vier Eingänge hatten, die
natürlich alle mit Gängen verbunden waren. Dann
kam der Schnee.
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Nachts fing es an zu stürmen und
zu schneien und in der Früh konnten wir auf eine
wunderbar verschneite Landschaft schauen. Es hörte
aber nicht auf zu schneien, da hat anscheinend jemand
vergessen, den Schieber wieder zuzumachen. So wurde
es zur Tagesordung, dass wir jeden Tag ca. 40 cm
Neuschnee hatten.
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Das Semmeln holen ist seit jeher etwas
für die Frühaufsteher in der Hütte. Es ist herrlich, durch
die stille und ruhige Natur dahinzugleiten. Etwa eine Stunde
benötigt man zum Bäcker und zurück. Nach dem Neuschnee war
das etwas anders, und zwar ganz anders. Die erste Überlegung
war, was dauert länger, Auto ausgraben und flott machen
oder gleich mit den Langlaufskiern loszugehen. Da kam nur
die sportliche Variante in Frage, und los ging`s. Nach geschlagenen
zwei Stunden und fix und fertig im Kampf gegen die Elemente
(auf dem Rückweg fing es an zu stürmen) und einem kleinen
Umweg (seit wann steht ein Haus in der Loipe) kam ich zurück.
Der hütteneigene Rettungsdienst (Norbert und Uwe) war schon
in den Startlöchern, als der erlösende Ruf von Uwe kam:
"Der Harry kommt".
Am letzten Tag erlebten wir noch einen Sturm,
der sich spüren und hören lassen konnte. Laut Wetterbericht
im Radio wurden am Feldberg Windböen mit Spitzengeschwindigkeiten
von 120 km gemessen.
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Nichts
desto trotz wagten sich alle (fast alle) aus der Hütte
und bauten bei Sturmböen und Schneetreiben, was das
Zeug hielt. Wir bauten ein einzigartiges Iglu zu unserem
unterirdischen Labyrinth, das sage und schreibe 5 Eingänge
zu bieten hatte!
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Der Sturm hielt Norbert, Christine und
Harald natürlich nicht davon ab, sich gegen Abend noch in
die Loipe zu wagen (bleibt nur die Frage: welche Loipe?).
Es war wieder eine super Woche, in der alles stimmte, die
Gemeinschaft, das Essen, jeder konnte mal vom Alltag ausschnaufen
und neue Herausforderungen schaffen. Ich freue mich schon
auf das nächste mal.
Euer Harry
