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Lawinenwarnung im Schwarzwald
oder wenn Christine Schnee bestellt

Fasching 2006


"Wahnsinn" das war wohl das am meisten gesagte Wort zu unserem Aufenthalt in Hinterzarten. Aber erst mal der Reihe nach. Schon im Januar waren von dem einen oder anderen Zweifel angesagt, ob es Ende Februar noch Schnee hat. Conny hatte damals mit einem Eingeborenen gesprochen, da gibt's keinen Schnee mehr, war die Antwort. War anscheinend doch a` Zugraster. In der Woche vor der Abfahrt wurde wie immer öfter untereinander telefoniert. Hat es Schnee, sollen wir doch noch Wandersachen einpacken, aber wohin? Christine beruhigte alle, in ihrer Einladung hat sie ja geschrieben, dass sie Schnee bestellt hat, das haut schon so hin. Am Tag vor der Abfahrt wurde noch ein Blick auf die Schneelage geworfen, 20 - 30 cm Harsch. Na ja, besser als nichts.

Endlich angekommen freuten wir uns über mehr Schnee als gedacht. Die Hütte war schnell eingeräumt, nur das Aufwärmen der Hütte dauerte diesmal länger als gedacht, da vermissten wir unsere Conny. Vor dem Abendessen konnten wir dann noch unsere erste Langlauftour genießen. Am nächsten Tag ging es zunächst mal zum Skiverleih um die letzten Dinge zu besorgen. Harald baute für die Kinder ein Labyrinth im Schnee, zum Iglubau war der Schnee leider zu "trocken". Aber wieso nach oben bauen, mal schauen, ob es nach unten auch geht. Und tatsächlich entstand so unsere erste kleine Schneehöhle.

Das Skifahren und Langlaufen kam in der Woche natürlich auch nicht zu kurz. Der Wetterbericht meldete dann, dass es ab Dienstag schneien würde. Kein Problem, dachten wir, und freuten uns. Unsere Schneehöhlen wurden von uns allen voran getrieben, und so kam es, dass wir vier Eingänge hatten, die natürlich alle mit Gängen verbunden waren. Dann kam der Schnee.

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Nachts fing es an zu stürmen und zu schneien und in der Früh konnten wir auf eine wunderbar verschneite Landschaft schauen. Es hörte aber nicht auf zu schneien, da hat anscheinend jemand vergessen, den Schieber wieder zuzumachen. So wurde es zur Tagesordung, dass wir jeden Tag ca. 40 cm Neuschnee hatten.

Das Semmeln holen ist seit jeher etwas für die Frühaufsteher in der Hütte. Es ist herrlich, durch die stille und ruhige Natur dahinzugleiten. Etwa eine Stunde benötigt man zum Bäcker und zurück. Nach dem Neuschnee war das etwas anders, und zwar ganz anders. Die erste Überlegung war, was dauert länger, Auto ausgraben und flott machen oder gleich mit den Langlaufskiern loszugehen. Da kam nur die sportliche Variante in Frage, und los ging`s. Nach geschlagenen zwei Stunden und fix und fertig im Kampf gegen die Elemente (auf dem Rückweg fing es an zu stürmen) und einem kleinen Umweg (seit wann steht ein Haus in der Loipe) kam ich zurück. Der hütteneigene Rettungsdienst (Norbert und Uwe) war schon in den Startlöchern, als der erlösende Ruf von Uwe kam: "Der Harry kommt".

Am letzten Tag erlebten wir noch einen Sturm, der sich spüren und hören lassen konnte. Laut Wetterbericht im Radio wurden am Feldberg Windböen mit Spitzengeschwindigkeiten von 120 km gemessen.

Nichts desto trotz wagten sich alle (fast alle) aus der Hütte und bauten bei Sturmböen und Schneetreiben, was das Zeug hielt. Wir bauten ein einzigartiges Iglu zu unserem unterirdischen Labyrinth, das sage und schreibe 5 Eingänge zu bieten hatte!

Der Sturm hielt Norbert, Christine und Harald natürlich nicht davon ab, sich gegen Abend noch in die Loipe zu wagen (bleibt nur die Frage: welche Loipe?). Es war wieder eine super Woche, in der alles stimmte, die Gemeinschaft, das Essen, jeder konnte mal vom Alltag ausschnaufen und neue Herausforderungen schaffen. Ich freue mich schon auf das nächste mal.
Euer Harry