"Das gibt´s doch gar nicht!!!" Die Familiengruppe
fährt zum Winterurlaub auf die Ramhalde und wir müssen den
Schnee nicht selber mitbringen. Wir können es nicht glauben.
So eine Anreise haben wir uns schon immer gewünscht. Das
ganze Tal um den Titisee ist in einen weißen Teppich gehüllt
und die Liftstationen melden 70-90 cm Schnee. Da macht selbst
das Gepäckschleppen zur Hütte hoch noch Laune. Das ist ja
sowieso inzwischen alles Routine - wir fühlen uns auf der
Ramshalde ja wie daheim. Ein richtiges Stammgastfeeling
haben wir schon entwickelt. Da die Hütte diesmal vor uns
nicht belegt war, dauert es geraume Zeit und etliche Holzscheite
bis wir die Hütte wieder auf die Conni-Wohlfühltemperetur
von 36,7 O Celsius gebracht haben. Aber bis zum nächsten
Tag werden wir es schon schaffen, denn die Familie Lies
muss mit einem Tag Verspätung anreisen, da die Kinder krank
waren - aber dazu später mehr.
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Die Mannschaft bestand diesmal wieder
aus 5 Familien, mit insgesamt 22 Personen (davon
12 Kinder). Die Bude war also gerammelt voll. Erfahrenen
Hüttenurlaubern macht das aber gar nichts aus, im
Gegenteil, wir brauchen das schon fast. Und wer
mal für sich allein sein will, kann ja auf´s Klo
gehen.
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Bei diesen super Wintersportbedingungen
blieben natürlich keine Wünsche offen. Besonders hatte es
uns diesmal der Langlaufsport angetan. Es waren eigentlich
immer ein paar von uns in der Loipe. Und die berühmte Thurner-Spur
war fest in Fränkischer Hand. Der Vormittag war immer fest
für Ski-Nordic reserviert. Das begann schon beim Brötchenholen
in der ca. 4 km entfernten Bäckerei. Nach dem Frühstück
ging es meist in die Thurnerspur (15 km) und anschließend
nach kurzer Mitttagspause lösten die einen an einem der
Lifte in der unmittelbaren Nähe eine Nachmittagskarte und
fuhren mit den Kindern Alpin-Ski oder Snowboard, die anderen
machten sich zur zweiten oder dritten Langlauftour an diesem
Tag auf. So kamen auch schon mal an die 35 km und mehr zusammen.
Der Uwe, sonst in der Kletterwand zu finden,
frischte seine Skifahrerkenntnisse wieder auf und war auch
in der Loipe nicht abzuschütteln. Die Großens waren aus
der Loipe gar nicht mehr wegzudenken, und die Familien Gürth,
Lies und Gesell waren ständig hin und her gerissen zwischen
Alpin oder Nordisch. Und die Kids hatten eine totale Gaudi.
In der Gruppe mit mehreren Gleichgesinnten macht es eben
tausendmal mehr Spaß als nur mit Mama und Papa. Neu für
uns alle war, dass wir unter uns einen Eskimo haben. Der
Harry stellte nämlich ein Iglu in den Garten, bei dem mancher
Grönlandbewohner blass vor Neid geworden wäre. Unermüdlich
schnitt er Schneeblöcke aus, setzte Block auf Block und
reizte beim Kuppelbau die Gesetze der Statik bis an deren
Grenzen aus. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen und war
natürlich die Sensation für die Kinder. Gegen Mitte der
Woche wurde die Familie Lies von der schon überwunden geglaubten
Virusinfektion erneut heimgesucht. Zunächst erwischte es
die Viola und anschließend wurde die Conni für einen Tag
auf´s Lager gezwungen. Naja, wenigstens blieb es in der
Familie und wuchs sich nicht zu einer Hüttenepidemie aus.
Aber die paar Kleinigkeiten konnten uns
nicht unsere gute Laune verderben. Ob Hüttenabende, Sport,
im Schnee rumtollen, Schlitten fahren oder Kochen, es hat
einfach wieder mal alles Spaß gemacht. Manchmal sogar das
Abspülen und das soll ja wohl was heißen. Am letzten Tag
hat´s uns dann doch noch erwischt. Eine Warm-Front brachte
massenhaft Regen und Tauwetter. Aber zum Autos beladen war
es kurz mal trocken. Glück muss man haben. Mancher wird
sich bestimmt fragen, ob es der Familiengruppe beim 102-ten
Ramshaldeaufenthalt nicht langsam langweilig wird, aber
davon wollen wir nichts wissen. Langweilig wird´s nur dem,
der sich langweilt. Wir jedenfalls hatten wieder mal volles
Programm, viel Spaß und glückliche Kinder. Und wie heißt
es so schön: zufriedene Kinder - zufriedene Eltern
Gerd Gesell