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Familienwochenende im Fichtelgebirge
vom 08.-10.09.2006
Ochsenkopfüberschreitung
von Süd nach Nord
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Am
8.9. machten wir (4 Familien der Familiengruppe) uns
auf den Weg, ein neues Gebirge zu erkunden. Nein nicht
in die Alpen ging unsere Reise, sondern gen Nordosten
ins Fichtelgebirge. Der Weg führte uns vom Treffpunkt
Neuendettelsau über die A9 nach Bayreuth-Nord. Da kam
auch schon jenes in Deutschland so gefürchtete Verkehrshindernis
auf uns zu: KREISVERKEHR! Unsere Führerin Christine,
frisch gebackene Wanderleiterin, hatte zwar eine gute
Ausbildung sich im "weglosen Gelände" zu bewegen, jedoch
solche Hindernisse waren wohl nicht eingeplant. Nach
kurzem Umweg und einer Ehrenrunde, erreichten wir, nach
der Schlüsselabholung, unser Ziel Oberwarmensteinach.
Die
erste Unterkunft zu der wir geführt wurden, entpuppte
sich Gottseidank als Jugendherberge (kleiner Scherz
von Christine), die gerade grundsaniert wird. Kein Vergleich
zu der schmucken Wagenthalhütte (715m) der Sektion Bayreuth,
die wir nur wenige 100 m weiter erreichten. Schon am
gepflegten Garten konnten wir erkennen, hier kümmert
sich ein Hüttenwart sehr um seine Hütte.
Nach
der Betteneinteilung und dem Verstauen begingen wir
uns auf eine "Wanderung um die Hütte". Was um die Hütte
bedeutet, wussten wir ca. 3 Stunden später, kurz bevor
die Nacht hereinbrach. Unsere erste Wanderung im teils
"weglosen Gelände" war geschafft. Es war doch interessant,
wie man sich doch in der Orientierung täuschen kann,
wenn man längere Zeit durch den Wald geht.
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Auf
jeden Fall hatten wir uns das Traditionsessen "Spaghetti
mit Hackfleischsoße" redlich verdient.
Nach dem zu Bett bringen der Kinder konnten wir es uns
gemütlich machen vor dem gasbefeuerten Kachelofen und
mit einem Gläschen Rotwein den Tag ausklingen lassen.
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Am Samstag sollte nach dem ausgiebigen Frühstück unsere
Hauptwanderung stattfinden. Gewarnt vom Vortag wurde
kräftig Proviant und Trinken verstaut, denn es ging
zum Ochsenkopf. Bei herrlichstem Wetter begaben wir
uns auf den Weg. Der Ochsenkopf schien nach 100 m zum
Greifen nah, denn der Funkmast war ja schon zu sehen.
Leider eine Täuschung. Laut Wanderkarte gab es viele
Wege, doch leider mussten wir erfahren, dass einige
nicht leicht zu finden sind. Dummerweise gerade der
Weg, den wir einschlagen wollten.

Zur
Mittagspause fanden wir ein schattiges Plätzchen mit
Brunnen im Wald, das hervorragend für unsere Rast geeignet
war. Gestärkt erreichten wir eine Stunde später den
Ochsenkopf mit seinem Aussichtsturm.
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So
mussten wir zum Leidwesen unserer Christine ein Stück
an der Straße marschieren, bevor wir auf die beabsichtigte
Route stoßen konnten.
Nach dem Genießen der herrlichen Fernsicht ging es nun
wieder bergab, dem nächsten Etappenziel zu. Sommerrodelbahn!!!
Jetzt war Organisation gefragt. Wer darf mit wem fahren?
Wer allein? Wer nimmt den Rucksack? Wer die Stöcke?
Da die Warteschlange etwas länger war, konnten alle
Probleme bis zum Start gelöst werden.

Am
Ziel angekommen waren alle begeistert. Erst jetzt stellten
wir fest, das es schon Nachmittag war und wir auf der
anderen Seite des Berges. Als schnelle Lösung gab es
nur eine Möglichkeit: Eis für die Kinder zur Stärkung
und die Erwachsenen etwas kühles Blondes im Biergarten!
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Frisch
gestärkt versuchten wir den kürzesten Weg laut Karte
herauszufinden. Glücklicherweise führte er an der Quelle
des weißen Mains vorbei, so konnten wir auch diese Station
für eine kurze Rast und Erfrischung nutzen. Am späten
Nachmittag erreichten wir wieder geteerte Wege und jeder
war sich sicher, der direkte Weg müsste wohl der kürzeste
sein, denn wir konnten schon den Hügel vor unserer Hütte
erspähen. Uups Sackgasse, hier geht's nicht weiter.
Anderer Weg - wieder Sackgasse?! Was war los? Endlich
kam die Hilfe auf einem Quad gefahren. Eine Einheimische
erklärte uns, wir müssten nur am Wald entlang und da
kommt dann der Weg. Dieser Weg hatte wohl keinen Wegewart.
Der Eingang war vom Wald zugewachsen und nicht mehr
ersichtlich. Kurz durchs Dickicht und wir hatten es
geschafft. Am Ende in Oberwarmensteinach konnten wir
feststellen, das dies der gleiche Weg war, den wir schon
am Morgen vergeblich gesucht hatten. Es war auf keiner
Seite ein Hinweis oder eine Beschilderung für diesen
Weg zu finden.
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Der letzte steile Anstieg (im Winter Schneekettenpflicht)
stand uns jedoch noch bevor, da Harald und Thomas mit
den Kindern eine Abkürzung über Wiesen und Wald nach
oben einschlugen und den Kindern erklärten, die Eltern
würden extra schnell laufen, damit sie als erstes oben
an der Hütte wären, waren die Kinder so motiviert, dass
man ihnen gar nicht anmerkte, dass sie eine 10-Stunden-Tour
hinter sich hatten. Umso toller für die Kinder, dass
sie wirklich als erste die Hütte erreichten. Nun aber
schnell Leberkäse mit Spiegelei und Brot. Durch viele
Hände und Pfannen am Gasherd wurde dies rasch vollbracht.
Nach dem Abwasch konnten die Erwachsenen zur Erholungsphase
übergehen. Sehr angenehm waren die heißen Duschen, die
hier ohne Chips funktionieren. Doch nun entdeckte jemand
eine interessante Lektüre. Das Hüttenbuch und die bestimmten
Kommentare des Hüttenwartes nach der Hüttenabnahme.
So z.B. "kann nicht nass gewischt worden sein, alle
Lappen trocken" oder "2 Stunden Nachreinigung plus Anfahrt,
das gibt eine Rechnung". Auf den Schreck hin mussten
wir uns noch etwas Mut antrinken, bevor es in die Lager
ging. Am Sonntagmorgen stand nämlich der Hüttenputz
an. Durch das Hüttenbuch gewarnt, legten wir uns mächtig
ins Zeug und ich denke es wird keinen negativen Eintrag
geben.
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Nun
stand unsere letzte Wanderung auf dem Plan. Fahrt zum
Luisenburg Felsenlabyrinth. Der erste Abschnitt führte
uns stetig bergan bis zum "großen Haberstein" einem
mächtigen Aussichtsfelsen, an dem wir auch unsere Mittagsrast
verbrachten. Über 2 weitere Aussichtspunkte führte uns
der Weg von hinten in das Felsenlabyrinth. Jetzt waren
die Alpinisten in ihrem Element, denn hier gibt es Höhlen,
Gänge und Klettereien zuhauf. Ich denke, jeder war von
diesen beeindruckenden Felsgebilden begeistert.

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Dank
der guten Organisation sparten wir uns auch noch den
Eintrittspreis, denn heute war Tag des offenen Denkmals
und somit Eintritt frei. Nach einem Abschlusseis begaben
wir uns wieder auf die Heimreise. Ich muss sagen, es
war ein herrliches Wochenende mit herrlichem Sonnenuntergang,
den längsten Wanderungen, seit wir bei der Familiengruppe
sind. Interessante Wege, die sogar unsere jüngsten mit
8 und 7 Jahren durchhalten ließen. Es müssen nicht immer
die Alpen sein, auch im Nordosten gibt es bergige Wanderwege.
Danke an unsere Gruppenleiter Christine und Harald.
Thomas Lies
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