Home
Aktuelles
Programm
Tourenberichte
Archiv
DAV Ansbach e.V.
Frauentouren

 


Sektion Ansbach

zurück


DAV  Ansbach  -  Familiengruppe

Tourenberichte


 

Entlang am Höhenglücksteig

"Lug ins Land" - Klettersteig in der Hersbrucker Schweiz

 

am 25.09.2011

Autor: Bernd Schindler

Wir starteten bei allerbestem Altweibersommer-Wetter vom Wanderparkplatz Neutras um ca. 11 Uhr. Ein erster Termin war leider wegen Dauerregen ins Wasser gefallen. Das Warten wurde belohnt: Der Ausblick war immer wieder überwältigend durch das strahlende Wetter. Unter Leitung von Harald mit Verstärkung von Thomas nahmen noch 3 Erwachsene teil und sehr viele Mädchen (6). Für Camille (10 Jahre) und mich war es der erste Klettersteig. Daher war alles schon beim Anlegen der Ausrüstung spannend: Harald erklärte mit Geduld während er mit Thomas die weniger Kundigen mit perfekt angelegter Ausrüstung versorgte. Wenn ich mal groß bin und Zeit habe, würde ich auch gerne alle diese Knoten lernen und wissen, wann man welchen wofür verwendet.

Nach der kurzen Wanderung zum Einstieg ging es los. Thomas gab alles, damit auch die Jüngste, Clara (7 Jahre) den Parcour meisterte: Thomas (bei einem vertikalen Abschnitt): Du kannst auch auf meine Hand steigen, damit du festen Tritt hast. Clara.: Tut das nicht weh? Thomas: NEIN, NEIN, ... au, au.

Der Klettersteig hat 3 Teile und ist meistens waagrecht geführt. Der dritte Teil stellte sich als deutlich schwieriger heraus, so dass die jüngste Teilnehmerin leider gegen ihren Willen den Wanderweg nehmen musste, der um den Fels führte. Alle anderen, die sich auch für diesen bequemeren Weg entschieden, wussten hinterher, warum es gut war: Ein mutig vorauskletterndes Mädchen (Name anonym) verschwand hinter der ersten Kurve und stieß bald einen markerschütternden Schrei aus. Alle Wanderer und Kletterer in der Gegend verstummten und hegten sofort schlimmste Befürchtungen. Man hätte eine Spinne niesen hören können, so leise war es plötzlich. Doch dann fröhliches Aufatmen, als man die Stimme des Mädchens erneut vernahm: "Eine Spinne!"

 

 

  

 

 

Am Ende stieß der Bambini-Steig noch auf Begeisterung, den fast alle zum Abschluss gerne noch mitnahmen und spielerisch zeigte, was einem bei einem Klettersteig alles begegnen kann.

 

Gerne bin ich wieder dabei. Ich weiß jetzt, was ich mir zutrauen kann, falls ein Klettersteig Teil einer Wanderung ist und kenne wenigstens die einfachen Handgriffe. Als Neuer ist es natürlich ungewohnt, wenn man in der Wand hängt und nach unten schaut - und sich auf Material und richtiges Anlegen der Ausrüstung verlassen muss. Es kostet auch mal Überwindung und ich muss zugeben, ich habe gedacht: Wenn meine Tochter das probiert, dann schaffe ich das auch. Jeder, der dabei war, hat meinen Respekt: Wer den dritten Teil wagte, hat sich von der Höhe und Schwierigkeit keine Angst einjagen lassen:
1. Vielleicht sind da Mädchen souveräner als Jungs.
2. Die Verantwortlichen wussten, wann sie etwas wagen und was man besser bleiben lässt (den feuchten und rutschigen Schacht z.B.).
3. Souverän ist, wer sich traut, einen scheinbar schwierigeren Weg auch mal nicht zu gehen, auch wenn andere es tun!

Es war eine begeisternde Erfahrung und macht Lust auf mehr.