Nachtwanderung der Familiengruppe
2004
"Hurra, es geht mal wieder mit der Familiengruppe
auf Tour." Die Kinder waren schon den ganzen Tag ganz aufgeregt.
Heute - es ist der 20.11.2004 - sollte wieder mal die fast
schon traditionelle Nachtwanderung der Familiengruppe stattfinden.
Und wie immer, wenn wir eine Wanderung machen, konnten wir
uns auch diesmal voll auf den Wettergott verlassen. Rechtzeitig
zwei Tage vor der Wanderung hat er es tüchtig schütten lassen,
so dass wir ernsthaft überlegten, ob wir nur den Kindern,
oder auch uns Erwachsenen die Matschhosen überstülpen sollten.
Aber wer die Familiengruppe kennt, der weiß, dass wir uns
vom Wetter nicht aus der Ruhe bringen lassen. Und so fanden
sich an diesem Nachmittag gegen 17.00 Uhr fast 30 unerschrockene
am Spielplatz in Unterrottmansdorf ein.
Nachdem alle Autos abgestellt waren - nicht
eines ist versunken - ging es auch schon zu Fuß los in den
nahe gelegenen Wald. Gerüchten zufolge war dort am gleichen
Tag der Pelzmärtel gesichtet worden und unsere Kinder brannten
darauf, den Typen mal wieder zu treffen. Und wie immer hatte
der Wettergott ein spätes aber rechtzeitiges Einsehen und
stellte die Berieselungsanlage ab (und bis zum Ende der
Veranstaltung auch nicht wieder an).
Wir mussten ganz schön suchen, bis wir endlich auf den Pelzmärtel
stießen, aber plötzlich tauchte er im Kegel einer unserer
Taschenlampen auf. Dieses Jahr war es ein ganz besonderes
Exemplar. Er war nicht so groß wie sonst (obwohl man ihn
eigentlich schon als Groß bezeichnen könnte) und hatte auch
keine so tiefe Stimme, wie sonst die Pelzmärtel, aber sonst
war er unheimlich streng. Mit den Kindern war er ja noch
einigermaßen milde und auch mit den Geschenken recht Groß-zügig,
aber der Harald hatte nichts zu lachen.
Zuerst wurden ihm allerlei Verstöße zur Last gelegt - dass
er nicht pariert und so… und am Schluss drohte sogar noch
körperliche Züchtigung mit der Rute. Irgendwie hatte der
Pelzmärtel den Harry besonders ins Herz geschlossen. Jeder
hat sich gefragt, ob die Christine nicht endlich dazwischen
gehen will, aber die war scheinbar gerade aufm Klo - jedenfalls
war sie nirgends zu sehen. Naja, der Harald hat es dann
aber doch überstanden und zwar ohne Rute. Der Pelzmärtel
verschwand wieder im Wald und wir machten uns auf den Rückweg
um endlich zum gemütlichen Teil überzugehen. Ach…. und da
war ja auf einmal die Christine auch wieder.
Zurück am Spielplatz packte jede Familie
erst mal Getränke und Fressalien aus und die Männer kümmerten
sich ums Lagerfeuer. Und jetzt zeigte sich, dass die richtige
Stocktechnik nicht nur bei Sportarten wie Skilanglauf, Eisstockschießen
oder Nordic Walking wichtig ist, sondern gerade am Lagerfeuer
enorm viel von der richtigen Handhabung des Stockes abhängt.
Der Grund: es gab Stockbrot.
Schnell kristallisierten sich die diversen Techniken heraus.
Da gab es die kühnen Stockartisten, die bis ins Herz der
Glut vorstießen (sehr gut am kohlrabenschwarzen Stockbrot
erkennbar), dann die eher vorsichtigen, deren Stockbrot
auch nach einer halben Stunde noch als bleicher, klebriger
Teig am Stock hing. Den richtigen Mittelweg zu finden war
gar nicht einfach, aber am Schluss waren alle einigermaßen
gesättigt (meist zur Hälfte mit Kohle und zur anderen Hälfte
mit rohem Teig, seltener mit gebackenem Stockbrot) und zufrieden.
Die Erwachsenen frönten anschließend noch eine ganze Zeit
lang der Lagerfeuerromantik und die Kinder spielten nicht
weit entfernt in der Dunkelheit, wo sich´s ja bekanntlich
gut munkeln lässt.
Und wie immer, wenn wir zum Aufbruch blasen
wollten, hatten die Kinder noch überhaupt keine Lust heimzugehen.
Aber das ist ja wohl ganz normal, wenn die Familiengruppe
was unternimmt.
Wir freuen uns auf jeden Fall schon auf die Nachtwanderung
2005. Und der Harry hat auch versprochen, dass er dieses
Jahr besser pariert, dann klappt´s auch mit dem Weihnachtsmann
besser.
Gerd Gesell